Steuern sparen als Selbständiger

Als Selbständiger in Deutschland hast du viele Möglichkeiten weniger Steuern zu zahlen. Wir zeigen dir, wie du sowohl privat, als auch in der Firma Steuern Steuern sparen kannst.

Steuern sparen als Selbständiger? 

Du fragst dich, ob du als Selbstständiger Steuern sparen kannst. Die Antwort ist ein klares JA, denn es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie du als Selbstständiger Steuern sparen kannst. Als Selbstständiger oder als Freiberufler hast du gegenüber einem fest angestellten Arbeitnehmer sogar deutlich mehr dieser Möglichkeiten. Dabei solltest du den Blick nicht starr auf Steuersparmöglichkeiten in deiner Firma achten. Schon im privaten Bereich kannst du mit dem Steuern sparen als Selbstständiger anfangen. Für dich aber nun im Vordergrund die Möglichkeiten, welche du als Freiberufler oder Selbstständiger nutzen kannst. Vielleicht ist dir gar nicht bewusst, dass du sehr viele Möglichkeiten hast.

Ein Freiberufler bei der Arbeit

Welche Steuerarten musst du beachten?

Um überhaupt Steuern sparen zu können, musst du zunächst einmal genau wissen, welche wichtigen Steuerarten für dich überhaupt anfallen können. 

Einkommensteuer

Es spielt keine Rolle, ob du deine Einkünfte aus einer freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeit beziehst. Einkommensteuer musst du immer bezahlen. Diese Steuer richtet sich nach deinem zu versteuernden Gewinn aus deiner Selbstständigkeit. Die Rede ist hier vom Jahresüberschuss. Für jeden Selbstständigen und Freiberufler handelt es sich hier um die wichtigste Steuer. Du kannst viele Ausgaben in deinem Betrieb über diese Einkommensteuer nach unten senken. Das ist eine ganz einfache Rechnung. Reduzierst du deinen Gewinn, welchen du versteuern musst, so sinkt auch die Einkommensteuer, welche für dich fällig wird.

Umsatzsteuer

Auch für Freiberufler und Selbstständige ist die Umsatzsteuer in der Regel eine Pflichtsteuer. Für alle Waren oder Dienstleistungen musst du diese Umsatzsteuer erheben. Sie wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch Mehrwertsteuer genannt. Diese Steuer musst du erheben und sie dann an das Finanzamt abführen. Umsatzsteuer musst du nur dann nicht bezahlen, wenn du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst. Machst du hauptsächlich mit Endverbrauchern Geschäfte, kannst du dir durch die Kleinunternehmerregelung einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Dazu darf dein Vorjahresumsatz allerdings einen Betrag von 22.000 Euro nicht übersteigen.

Vorsteuer

Im Zusammenhang mit der Umsatzsteuer muss aber auch die Vorsteuer erwähnt werden. Dies ist aber keine eigene Steuerart. Vielmehr handelt es sich um eine Bezeichnung für die Umsatzsteuer, welche von dir als Unternehmer für bestimmte Waren geleistet wird. Kaufst du Waren ein, musst du diese Vorsteuer bezahlen. Wenn du einen Umsatzsteuer-Voranmeldung machst, bekommst du dieses Geld aber vom Finanzamt zurück. Hier wird vom sogenannten Vorsteuerabzug gesprochen.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer musst du nur bezahlen, wenn du ein Gewerbe angemeldet hast. Diese wird von der Gemeinde erhoben, wo du den Sitz deiner Firma hast. Als Freiberufler kannst du dir diese Steuer komplett sparen.

Wie kannst du konkret als Selbstständiger Steuern sparen?

Gerade für dich als Freiberufler oder Selbstständiger ist es wichtig, dass du deinen zu versteuernden Gewinn reduzieren kannst, um Steuern zu sparen. Du solltest wissen, dass du als Selbstständiger oder Freiberufler im Vergleich zu anderen Unternehmen einen relativ großen Spielraum in Bezug auf Steuern nutzen kannst. Du hast eine Vielzahl von Möglichkeiten, etliche Ausgaben von der Steuer abzusetzen. So kannst du eine ganze Menge an Steuern sparen.

Du kannst dir in erster Linie in diesem Zusammenhang das Einkommensteuerrecht zunutze machen. In diesem Gesetz ist recht vage definiert, wie viele Ausgaben du als abzugsfähige Betriebsausgaben steuerlich geltend machen kannst. Zu den ganz typischen Betriebsausgaben gehören beispielsweise:

  • Kosten für den Firmenwagen
  • alle anfallenden Reisekosten
  • Kosten für Bürobedarf
  • Werbekosten
  • Kosten für Arbeitsmittel
  • Bewirtungskosten (teilweise)

Aber du musst daran denken, dass du für alle diese Kosten und Ausgaben immer Belege brauchst. Doch wenn du deine Buchhaltung korrekt machst, ist dies sowieso Pflicht für dich. Nachfolgend bekommst du nun einige Tipps vorgestellt, mit denen du als Selbstständiger oder Freiberufler richtig Steuern sparen kannst.

Nutze den Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ist so etwas wie ein Klassiker bei den Möglichkeiten, Steuern einzusparen. Du hast hier den Vorteil, dass du deine Steuerlast merklich senken kannst. Du darfst als Selbstständiger alle Investitionen, welche du für die nächsten drei Jahre deiner Selbstständigkeit eingeplant hast, sofort für eine Steuerminderung geltend machen. Dies gilt zwar nicht für den vollen Betrag der geplanten Investitionen, aber immerhin für 50 Prozent. So wird dies auch in Artikel 7g Abs. 1 im Einkommensteuergesetz geregelt. Allerdings musst du hier einige Auflagen beachten:

  • Investition muss innerhalb der nächsten drei Jahre geplant sein
  • Dein Jahresgewinn darf eine einheitliche Grenze von 200.000 Euro nicht überschreiten
  • Deine geplanten Investitionen müssen zu 90 Prozent einer betrieblichen Nutzung unterliegen

Diese Regelung macht für dich als Selbstständigen vor allem dann Sinn, wenn du ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr gehabt hast und dein Gewinn deutlich höher als erwartet ist. So kannst du eine Menge Steuern sparen.

Ein Freiberufler im Dienstwagen

Denke an deine Fahrtkosten und einen Dienstwagen

Für die meisten Selbstständigen stellen Dienstwagen und Fahrtkosten einen weiteren Klassiker beim Steuern sparen dar. Du kannst grundsätzlich immer deine Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Dazu kannst du zwei unterschiedliche Vorgehensweisen nutzen:

  • Fährst du mit deinem privaten Wagen zu Kundenterminen, kannst du die Fahrtkosten über die Kilometerpauschale geltend machen
  • Mit dem Firmenwagen machst du die Gesamtkosten für das Fahrzeug geltend. Allerdings muss hier von dir eine private Nutzung vom Firmenwagen als sogenannte betriebliche Einnahme in deine Gewinnermittlung aufgenommen werden

Kaufst du einen Firmenwagen neu, so kannst du diesen über einen Zeitraum  von sechs Jahren abschreiben. Du hast aber bei deiner Unternehmensgründung auch die Möglichkeit, dein bereits vorhandenes Fahrzeug als Einlage in das Betriebsvermögen einzubringen und abschreiben. Allerdings gilt dies nur, wenn das Fahrzeug auch wirklich zum Betriebsvermögen gehört. Dazu kannst du dir folgende Regel merken:

  • Nutzung unter 10 Prozent für betriebliche Zwecke => Zuordnung zum Privatvermögen
  • Nutzung zwischen 10 und 50 Prozent => Vermögensart von dir frei wählbar
  • Nutzung von über 50 Prozent für betriebliche Zwecke => Zuordnung zum Betriebsvermögen

Business Essen

Bewirtungskosten steuerlich geltend machen

Um neue Aufträge zu bekommen oder Aufträge im Detail zu besprechen, sind oft Geschäftsessen notwendig. Bei einem Essen und Getränken lässt sich oft entspannter und angenehmer mit den Kunden verhandeln und manche Geschäftspartner erwarten dies sogar. Du musst aber nicht auf diesen Kosten sitzenbleiben. Für dich besteht die Möglichkeit, diese Bewirtungskosten bis zu 70 Prozent von der Steuer abzusetzen. Damit das Finanzamt dir die Kosten auch erstattet, musst du einige Punkte beachten:

  • Alle Getränke und Speisen müssen auf dem sogenannten Bewirtungsbeleg aufgeführt sein
  • Die Umsatzsteuer muss ausgewiesen werden
  • Neben Ort und Datum müssen auch die Namen aller beteiligten Personen auf dem Bewirtungsbeleg aufgeführt sein
  • Vom Finanzamt wird nur ein maschinell erstellter Bewirtungsbeleg mit der Unterschrift des Restaurantbesitzers akzeptiert

Abschreibungen nutzen

Normalerweise sind Abschreibungen für die als Selbstständiger oder Freiberufler wenig sinnvoll. Dies ist mehr etwas für größere Unternehmen. Der Grund liegt in der Abschreibung selbst, denn hier werden Betriebsausgaben nur zum Teil und meistens über einen längeren Zeitraum als Steuerminderung von den Einnahmen abgezogen. Ein vollständiger und direkter Abzug ist nicht möglich.

Doch bei Thema Abschreibung gibt es einige Ausnahmen und die sind auch für dich als Selbstständiger zum Steuern sparen geeignet. Die Rede ist hier vom sofortigen Abzug von geringfügigen Wirtschaftsgütern, welche mit GWG abgekürzt werden. Das Finanzamt akzeptiert von dir eine vereinfachte Abschreibung bei Anschaffungen mit einem Wert zwischen 251 Euro und 800 Euro. Für dich bedeutet dies, dass du solche Anschaffungen sofort und vor allem vollständig von der Steuer absetzen kannst.

Tipp: Es kann sinnvoll sein, dass du in diesem Zusammenhang sogenannte Sammelposten bildest. Du kannst Gesamtkosten zwischen 801 Euro und 1.000 Euro zusammenführen und zu gleichen Teilen für einen Zeitraum von fünf Jahren abschreiben. Das kann vor allem bei der Anschaffung von Büromöbeln angewendet werden.

Bildung einer gewinnneutralen Rücklage für Ersatzbeschaffungen

Betriebliche Gegenstände, welche du dir angeschafft hast, können mit Zeit beschädigt werden oder können unter Umständen gar gestohlen werden. Vielleicht denkst du dir jetzt, dass dies nicht schlimm ist, denn dagegen hast du ja eine Versicherung. Das ist zwar richtig, hat aber dennoch einen Haken. Alles, was du von deiner Versicherung an Geldzahlungen als Ersatz bekommst, wandert in deine Gewinnermittlung. Das bedeutet, dass dieser höher ausfällt und damit auch mehr Steuern bezahlt werden müssen. 

Du kannst dies aber umgehen. Aus diesen Zahlungseingängen kannst du eine sogenannte gewinn neutrale Rücklage bilden. Das heißt für dich, dass darauf keine Steuern fällig werden. Allerdings muss für diese besondere Rücklage von dir auch eine Ersatzbeschaffung geplant werden.

Freiberufler bei der Arbeit

Setze die Kosten für deine Webseite ab

Ohne eigene Internetseite geht in der heutigen Zeit fast nichts mehr. Das gilt auch für Selbstständige und Freiberufler. Die Webseite ist sehr wichtig, damit du Bekanntheit schaffen kannst und neue Kunden gewinnen kannst. Doch eine professionelle Webseite zu erstellen, kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Aber diese Kosten kannst du ebenfalls als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Du musst aber darauf achten, dass du eine ordnungsgemäße Rechnung für diese Arbeit bekommst. Überdies können folgenden weiteren Leistungen steuerlich geltend gemacht werden:

  • Kosten für die Anschaffung der Domain
  • Kosten für Wartung der Webseite
  • Kosten sowohl für Erstellung als auch Aktualisierung
  • Laufende Kosten für einen Provider
  • Im Falle einer Abmahnung die entstandenen Rechtskosten

Steuern sparen durch vorgezogene Ausgaben

Hast du schon einmal von dem Begriff der Gewinnverschiebung gehört? Dies ist für dich als Selbstständiger oder Freiberufler ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit, wie du Steuern sparen kannst. Du kannst mit einer geschickten Verteilung deiner Einkünfte eine Senkung der Steuerlast erreichen. Diese Gewinnverschiebung kannst du beispielsweise durch folgende Vorgehensweisen erreichen:

  • Durch Abrechnung von Teil-Projekten
  • Erstellung von Rechnungen nicht am Jahresende, sondern zu Beginn des neuen Jahres
  • Durchführung von zeitlich gezielten Bestellungen

Mit Sponsoring Steuern sparen

Für Selbstständige ist es in der Regel nicht möglich, dass er Spenden steuerlich geltend machen kann. Doch dies kannst du relativ einfach umgehen. Unterstützt du beispielsweise eine Einrichtung, welche als Ziel verfolgt, seine Mitglieder wirtschaftlich zu fördern, dann kannst du diese Beträge steuerlich geltend machen. Das Finanzamt erkennt in diesem Fall einen betrieblichen Anlass an und du kannst die Spende absetzen. Handelt es sich um Spenden an andere Institutionen, welche ebenfalls förderwürdig sind, kannst du deine Spende als Sonderausgabe geltend machen.

Richtig Steuern sparen aber kannst du mit Sponsoring. Damit kannst du sprichwörtlich gesagt, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen machst du auf dich und dein Unternehmen aufmerksam und zum anderen kannst du Steuern sparen. Allerdings muss hier die Tatsache gegeben sein, dass du aus diesem Sponsoring auch einen wirtschaftlichen Nutzen ziehst. Nur dann kannst du dein Sponsoring auch als Betriebsausgabe geltend machen und dieses sogar in voller Höhe an das zuständige Finanzamt melden.

Arbeitszimmer

Arbeitszimmer steuerlich geltend machen

Für ein Büro, welches du als Selbstständiger oder Freiberufler angemietet hast, kannst du selbstverständlich die entstandenen Kosten als Betriebskosten geltend machen. Aber nicht jeder hat ein eigenes Büro und arbeitet beispielsweise von zu Hause aus. Doch auch ein Arbeitszimmer zu Hause kannst du von der Steuer absetzen. Es muss allerdings klar vom restlichen Wohnbereich getrennt sein. Erfüllt dieses Arbeitszimmer diese Voraussetzung, kannst du folgende Kosten steuerlich geltend machen:

  • Anteilige Kosten für die Miete
  • Anteilige Kosten für Reinigung
  • Anteilige Kosten für Versicherungen
  • Anteilige Kosten für Schuldzinsen
  • Anteilige Kosten für Wasser, Heizung und Strom
  • Anteilige Kosten für Renovierung oder Instandhaltung

Unterscheiden musst du auch, wie dieses Arbeitszimmer von dir genutzt wird:

  • Bei einem zusätzlich geschaffenen Arbeitszimmer außerhalb deiner eigentlichen Betriebsstätte kannst du bei den Kosten einen Höchstbetrag von maximal 1.250 Euro geltend machen. Dies gilt auch dann, wenn du nur nebenberuflich selbstständig bist.
  • Bei einem Arbeitszimmer, der Mittelpunkt deiner Selbstständigkeit darstellt, kannst du alle Kosten in voller Höhe geltend machen.

Geschenk

Vergiss nicht deine Geschenke zu versteuern 

Als Selbstständiger hast du die Möglichkeit, dass du deine Geschenke versteuerst. Allerdings musst du dabei beachten, ob es sich um Geschenke für deine Mitarbeiter handelt oder für Geschäftspartner und Kunden. Aber Vorsicht, denn nicht jedes Geschenk kannst du absetzen. Überdies musst du Freigrenzen und Aufzeichnungspflichten beachten. Als Grundregel solltest du dir einfach merken, dass du als umsatzsteuerpflichtiger Selbstständiger oder Freiberufler pro Jahr, pro Geschenk und pro Person einen Wert von 35 Euro plus Umsatzsteuer steuerlich geltend machen kannst.

Steuern sparen mit der richtigen Rechtsform

Steuern sparen kannst du auch mit der richtigen Rechtsform für dein Unternehmen. So kann es sich bei dir als Personengesellschaft und einem entsprechend hohen Gewinn durchaus lohnen, deine Rechtsform zu wechseln und beispielsweise eine GmbH daraus zu machen. Dies ist für dich vor allem dann von Vorteil, wenn du deinen erzielten Gewinn nicht ausschließlich für dich verbrauchst und diesen in deiner Firma lässt. Bei einer GmbH sind zwar je nach Gewerbesteuerhebesatz die fälligen Steuersätze auch zwischen 23 und 33 Prozent und damit ähnlich wie dies bei der Personengesellschaft der Fall ist. Allerdings hast du bei der GmbH den Vorteil, dass du dir ein ordentliches Gehalt und Vorsorge auszahlen kannst und dies als Betriebsausgaben wieder steuerlich geltend machen kannst.

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