GbR gründen: zwischen Steuerfalle und Haftung

Steuern
Burkhard Küpper
 • veröffentlicht am:
2022-08-19
 • Lesezeit: XX Minuten

Welche Steuerfallen kannst du abblocken? Welche Kosten fallen an? Du erhältst zusätzlich die GbR gründen Checkliste! ✅

Eine GbR ist so schnell und günstig gegründet, da ist es schon fast klar, dass sich immer wieder viele Menschen dazu entscheiden, eine GbR zu gründen. Im Jahr 2021 wurden so viele Unternehmen neu gegründet wie in den vergangenen 18 Jahren nicht mehr. Eine Studie der KfW veröffentlicht, dass 2021 ganze 85 % der Unternehmensgründungen Neugründungen waren.

Viele Menschen sind also dazu bereit, in die Selbstständigkeit zu rudern. Die GbR gehört dabei zu der Rechtsform der Personengesellschaft. In diesem Beitrag wirst du über alle Einzelheiten zum Thema GbR aufgeklärt. Wir verraten dir, wie du steuerlich durch die GbR einsparen kannst, was du beachten solltest und in welche steuerliche Falle du nicht treten darfst! 

1. Was ist juristisch gesehen eine GbR?

Die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) zählt zu der einfachsten Form der Personengesellschaften, aus dem ganz einfachen Grund, weil eine GbR quasi von allein entstehen kann. Schließen sich mindestens zwei Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammen, entsteht eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Ein schriftlicher GbR Vertrag irgendeiner Art ist dafür nicht nötig. Aufgrund der einfachen Gründung sind die Rechtsfolgen aus einer GbR begrenzt. So kann im Besonderen eine Verpflichtung zulasten der GbR nur gemeinsam erfolgen. Eine Abänderung laut BGB Gesellschaft muss im GbR-Vertrag schriftlich fixiert werden.

Die GbR zeichnet sich außerdem durch eine hohe Flexibilität des Gesellschaftsverhältnisses aus, da sich aus dem Gesetzestext nur wenige zwingende Regelungen ergeben. Alle Regelungen der GbR werden im BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch; §§ 705 – 740 BGB) festgelegt. 

Kurz und bündig: 

Eine GbR ist im deutschsprachigen Raum die einfachste Gesellschaftsform. Sie gehört zu den Personengesellschaften und entsteht durch den Zusammenschluss von zwei oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen. Wichtig ist hier ein gemeinsamer Zweck und den Abschluss eines BGB-Gesellschaftsvertrags.

Welche Personengesellschaften gibt es?

Bei der GbR steht die persönliche Verbundenheit und Verantwortung der Personen als Gesellschafter im Vordergrund. Das bedeutet aber auch, dass die persönliche Haftung der Gesellschafter mit dieser Rechtsform einhergeht. Neben der GbR sind gehören diese Unternehmensformen auch zur Gruppierung der Personalgesellschaften:

  • die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • die Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • die Offene Gesellschaft (OG)
  • Kommanditgesellschaft (KG),
  • die Partnerschaft, 
  • oder die Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV).

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2. In 3 Schritten zur GbR Gründung

Du interessierst dich für die GbR und möchtest so schnell wie möglich gründen? Überhaupt kein Problem – wir geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du eine GbR anmelden. Vorab ist es aber wichtig, dass du einige Sachlagen beachtest:

  1. Die gesetzlichen Grundlagen der GbR sind in den §§ 705 – 740 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB)/ der BGB-Gesellschaft geregelt.
  2. Um eine GbR gründen zu können, müssen sich mindestens zwei Personen mit einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen. 
  3. Eine GbR eignet sich auf Dauer angelegten Betrieb kleingewerblicher Unternehmungen oder für die dauerhafte Kooperation mehrerer Unternehmer auf einem Teilgebiet (z. B.  Werbung).
  4. Die GbR ist nach der Vereinbarung und Rechtsprechung gültig und kann selbst vor Gericht klagen und verklagt werden. 

Prinzipiell ist die GbR Gründung mit ziemlich wenig Aufwand verbunden, wenn man sich den deutlich aufwändigeren Prozess der Gründung einer UG bspw. anschaut. Folgende Regelungen musst du im Gesellschaftsvertrag bei einer GbR-Gründung vereinbaren:

Schritt 1: Die Rahmenbestimmungen

Die GbR gründest du mit mindestens einer weiteren oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen. Je mehr Beteiligte, desto gründlicher solltet ihr euch über grundlegende Sachverhalte und Rechtslagen vertraglich einigen. 

Du solltest dich mit deinen Gesellschaftern über die folgenden Sachverhalte einigen:

Welcher Unternehmenszweck wird verfolgt?
Wie viel Kapital benötigt ihr insgesamt für die Gründung?
Was passiert mit den Gewinnen?
Wie wird der Verlust aufgeteilt?
Welcher Gesellschafter kann wie viel Kapital aufbringen?
Wie viele Gesellschafter sollen beim Finanzamt gemeldet werden?

Schritt 2: Jetzt wird der Gesellschaftsvertrag der GbR bestimmt

Ein Gesellschaftsvertrag für die GbR Gründung kann mündlich, schriftlich oder durch konkludentes Handeln erfolgen. Ein mündlicher GbR Vertrag klingt ziemlich verlockend. Doch wirklich ratsam ist diese Art des Vertrages nicht. Schließlich weißt du im Grunde nie, was später einmal passieren wird. Ob Meinungsverschiedenheiten, Austritt eines Gesellschafters oder sonstige Auswirkungen – im Grunde ist ein schriftliches Dokument mit klaren Richtlinien immer die beste Lösung, wenn man nicht als alleiniger Gesellschafter fungiert. Die GbR muss hierfür nicht ins Handelsregister eingetragen werden. 

Entscheidest du dich mit deinen Mitgründern für den Gesellschaftsvertrag, könnt ihr die folgenden Punkte berücksichtigen:

Formuliert euren Unternehmenszweck
Haltet alle Gesellschafter und die Vertreter im GbR Vertrag fest
Der Name der GbR sollte an diesem Punkt entschieden werden
Entscheidet gerecht über die Haftungsverteilung, Verlust und über die Gewinne
Einigt euch über die Übertragung von Geschäftsanteilen, wenn jemand seinen Anteil verkaufen möchte
Entscheidet über die Rahmenbedingungen im Falle des Ausscheidens aus dem Vertrag
Ist eine Fortsetzungsklausel für eure GbR sinnvoll? Haltet auch diesen Punkt vertraglich fest.

Tipp: Achtet darauf, dass der Vertrag erst gültig ist, wenn ihn alle Gesellschafter unterschrieben haben.

Schritt 3: Gesellschaftsvertrag aufsetzen

In den ersten beiden Schritten hast du dir bisher wichtige Grundgedanken zur Gründung deiner GbR gemacht. Im nächsten Schritt geht es an die Anmeldung beim Gewerbeamt. Grundsätzlich ist das Wichtigste an diesem Schritt, dass alle Mitgründer, sprich alle Gesellschafter den Gewerbeschein einzeln ausfüllen. Alle Mitgründer der GbR müssen also vor Ort sein. 

Natürlich muss auch das Finanzamt von der Neugründung deiner GbR erfahren. Das Gewerbeamt meldet dem Finanzamt zwar, dass es eine Gründung gab, doch es kann auf diesem Weg tatsächlich lange dauern, bis du endlich an deine Steuernummer kommst. Daher ist es ratsam, wenn du die Sache selbst anpackst. Forder einfach bei deinem zuständigen Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an. Du bekommst ihn im Regelfall postalisch an deine Adresse geliefert. 

Tipp: Meldest du die GbR als Freiberufler an, musst du kein Gewerbe anmelden. Du kannst bei deinem zuständigen Finanzamt ganz einfach deine Steuernummer beantragen.

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3. GbR gründen Checkliste: Gesellschaftsvertrag Regelungen

Eine mündliche Absprache reicht prinzipiell aus, um die Gründung einer GbR festzulegen. Dieser Ansatz ist aber genauso schwammig, wie er klingt. Rein rechtlich schneidest du ohne einen fixierten Vertrag nämlich ziemlich schlecht ab. 

Die Probleme entstehen bereits, wenn deine Mitgründer und du einen Interessenkonflikt haben und einer von euch ausscheiden will. Ohne festgelegte Klausel ist die GbR nach § 706 des BGB aufgelöst. 

Tendenziell ist von mündlichen Absprachen generell abzuraten, weil diese Aussagen im Nachhinein missverstanden werden können. Daher solltest du in deinem Gesellschaftsvertrag für die GbR die folgenden Punkte fixieren: 

Checkliste: GbR gründen

Tipp: Auch wenn du die GbR mit deinem allerbesten Freund gründest, musst du immer daran denken, dass sich auch mal schlechte Zeiten durch das Unternehmertum abspielen können. Auseinandersetzungen gehören zum Leben dazu. Daher ist es eine absolute Empfehlung, den Gesellschaftsvertrag mit bedacht zu bestimmen und jedes noch so kleine Detail zu beachten.

Checkliste Kosten: Wie viel kostet mich die GbR Gründung?

Im direkten Vergleich zu anderen Unternehmensformen ist die GbR in Bezug zu den Kosten auf einem ganz anderen Level. Mit anderen Worten: die GbR Gründung ist ziemlich erschwinglich. 

Mit den folgenden Kosten kannst du rechen:

Checkliste: Kosten

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4. GbR gründen: Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Eine GbR ist so schnell gegründet wie vergleichsweise kaum eine Gesellschaftsform. Schaut man sich bspw. den Gründungsverlauf einer GmbH an, dauert dieser Prozess deutlich länger. Doch auch die Personalgesellschaften, wie die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die offene Handelsgesellschaft (OHG) oder die Kommanditgesellschaft (KG), werden in Deutschland immer öfter gegründet.

​​Eine Erhebung durchgeführt durch das Statistisches Bundesamt zeigt die Anzahl der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen/ Steuerpflichtigen in Deutschland nach Rechtsform im Jahr 2020. Im Jahr 2020 gab es in Deutschland 415.299 Personengesellschaften. Im direkten Vergleich gab es 1.924.543 Gründungen von Einzelunternehmen.

GbR anmelden: Welche Vorteile dich erwarten

Neben dem schnellen Prozess gibt es aber noch eine ganze Liste an Pro Argumenten, die eine GbR sprechen: 

Schneller Gründungsprozess.
Unkomplizierter Form für zwei oder mehr Gesellschafter, gemeinsam zu gründen.
Du benötigst kein Mindest-Stammkapital.
Alle Gesellschafter haben ein hohes Mitbestimmungsrecht.
EinfacheBuchhaltung: Bilanz und Jahresabschluss müssen weder erstellt noch veröffentlicht werden. (Regelung gilt bis 60.000 € Gewinn, genauer gesagt 600.000 € Umsatz pro Jahr). → der bürokratische Aufwand ist gering.
Gesellschafter sind zugleich Geschäftsführer.
Verluste dürfen in der Anfangszeit mit anderen privaten Einkünften ausgeglichen werden
Kleinunternehmerregelung: Auf Rechnungen müssen keine Umsatzsteuern auf deine verkauften Produkte oder Dienstleistung (19 % MwSt.) erheben. Ab 22.000 € Gewinn ändert sich dieser Vorteil jedoch.

GbR gründen: Welche Nachteile dich erwarten

Schnell gegründet und unkomplizierte Buchhalte klingen doch wirklich verlockend. Doch trotzdem wird die GbR Gründung von den wenigsten weiterempfohlen? Einer der ausprägendsten Gründe sich gegen die Gründung einer GbR zu entscheiden ist die Rechtsform. Klingt im ersten Moment nach einem 0-8-15 Argumenten zum Thema Gründung, denn die Gründung eines Unternehmens ist immer mit Risiken verbunden. Doch bei der GbR ist die Haftungsregelung so fixiert, dass jeder Mitgesellschafter mit seinem Privatvermögen haftet. 

Neben der beunruhigenden Haftungsregelung gibt es noch diese weiteren Kontraargumenten, die gegen eine GbR sprechen:

Spitzensteuersätzen: In einer GbR kann nicht von der Körperschaftssteuer von 15 % profitiert werden. Alle Gewinne werden als Einkommen der Gesellschafter, mit dem normalen Einkommensteuersatz von bis zu 45 % versteuert.
Du und deine Mitgründer haftet gesamtschuldnerisch mit eurem Geschäfts- und Privatvermögen in unbegrenzter Höhe.
Eine GbR kann nicht als alleiniger Gesellschafter gegründet werden.
Die GbR hat im Vergleich zu anderen Rechtsformen (wie bspw. die GmbH) kaum Anerkennung im Geschäftsverkehr.
Einfache Auflösung: Die GbR ist so schnell aufgelöst, wie sie gegründet wurde: herrschen keine fixierten Regelungen im Gesellschaftsvertrag, endet die GbR bereits mit dem Ausscheiden eines Gesellschafters automatisch.
In puncto Firmennamen darf die GbR nur den Namen der Gesellschafter + des Geschäftsbereichs kombiniert wählen.

Tipp: Entscheidest du dich für die GbR, ist es äußerst ratsam, den Gesellschaftsvertrag mit höchster Aufmerksamkeit zu bearbeiten. Schließlich kannst du nur auf diesem Weg die Nachteile gewissermaßen ausgleichen. Trifft der Gesellschaftsvertrag nicht hinreichende Regelungen durch bspw. Fortsetzungsklauseln wird die GbR laut § 706 des BGB bereits mit dem Ausscheiden eines einzelnen Gesellschafters aufgelöst.

Wie wird eine GbR aufgelöst? 

Wird der Gesellschaftsvertrag nicht gründlich fixiert, löst sich deine GbR genauso schnell auf, wie sie gegründet wurde. Das muss nicht zwingend ein Streit sein – die Gründe für eine Auflösung variieren erheblich:

Die einfachste Art, wie die Ära der GbR zum Ende kommt, ist durch die klassische Kündigung eines einzelnen Gesellschafters oder eines Privatgläubigers. Das kann natürlich mehrere Gründe haben, wie die Insolvenz eines Gesellschafters. Andernfalls kann es immer passieren, dass ein Gesellschafter stirbt. Der Tod eines Gesellschafters führt ohne Gesellschaftsvertrag zur Auflösung. 

Ohne einen rechtmäßigen Gesellschaftsvertrag ist die Gründung einer GbR also kein sicheres Boot. Es kann jederzeit dazu kommen, dass die GbR plötzlich aufgelöst wird. 

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5. Achtung Steuerfalle: Steuerliche Abgaben in der GbR

Jede GbR verfügt über eine Steueridentifikationsnummer. Das bedeutet, dass du auch mit steuerlichen Abzügen verrechnet auf deine Gewinne rechen wirst. Gewerbliche GbRs ist bspw. eine juristische Person oder natürliche Mitglieder bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer deiner Region. Für GbRs tritt im Regelfall eine Kammerpflicht in Kraft. Ausnahmen gibt es nur für GbR Gründungen für Freiberufler. 

Relevante Steuern für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts sind folgende:

  1. Umsatzsteuer: Alle GbRs sind dazu verpflichtet, auf die Rechnungen die Umsatzsteuer von 19 % auszuweisen. 7 % Umsatzsteuern sind bei vergünstigten Produkten und Dienstleistungen anzugeben. Hierzu muss vorab natürlich auf die Beantragung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) gedacht werden. 
  2. Die Kleinunternehmerregelung für die GbR: Wenn dein Gewinn unter 22.000 € jährlich liegt und der Gewinn nicht übersteigt, darf deine GbR Rechnungen ohne Angaben von Umsatzsteuer ausweisen. Dadruch hast du durch deine GbR einen erheblichen steuerlichen Vorteil.
  3. Gewerbesteuer: Bei Gewerbetreibenden zahlen grundsätzlich Gewerbesteuer. Jede Gemeinde legt ihren Gewerbesteuerhebesatz selbst fest. Der Sitz deiner GbR ist also ausschlaggebend für den Steuersatz, den du durch die Gewerbesteuer abgeben musst. 
  4. Eine GbR ist steuerpflichtig: Der ausgeschüttete Gewinn wird erst versteuert, wenn die Gesellschafter die Gewinne als Privatentnahmen ausschüttet. Der Betrag wird mit dem individuellen Steuersatz von bis zu 45 % versteuert.

6. Wann wird die GbR zur OHG?

Wenn der Rahmen eines Kleingewerbes überschritten wird (zu viel Umsatz generiert wird) liegt ein Handelsgewerbe (OHG) vor. Das kann schneller passieren, als du dir vermutlich vorstellst. Ein OHG liegt vor, wenn zwei Kriterien erfüllt sind:

  1. Gewerbliche Tätigkeit (im Unterschied zu freiberuflicher Tätigkeit; vgl. Katalog freier Berufe in § 18 Abs.1 Nr.1 EStG). Sobald die GbR, die bisher nicht kaufmännisch tätig war, den Betrieb eines Handelsgewerbes gem. § 1 Abs. 2 HGB aufnimmt, wird sie zur OHG. 
  2. Von einer OHG wird gesprochen, wenn dein Umsatz mehr als 250.000 € beträgt.

Diese zwei Gründe führen dazu, dass es sich nun um ein Handelsgewerbe handelt und die Rechtsform der GbR automatisch zur OHG umgewandelt wird. Ab diesem Moment besteht dann auch gem. § 106 Abs. 1 HGB die Pflicht zur Eintragung ins Handelsregister.

Für wen ist die GbR geeignet?

Am häufigsten wird die Rechtsform der GbR als Freiberufler gewählt. Das Gewerbe ist schnell und unkompliziert angemeldet und an die Steueridentifikationsnummer kommst du auch ziemlich schnell. Doch neben Freiberuflern bildet sich die Personengesellschaft auch mal automatisch, wie in einer Fahrgemeinschaft. Dies passiert automatisch, wenn eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gewerblich tätig ist und diese gewerbliche Tätigkeit einen gewissen Umfang erreicht. 

Neben diesen Formen nutzen ärztliche Gemeinschaftspraxis oder Arbeitsgemeinschaft verschiedener Kleinunternehmer, mit einem gemeinsamen Projekt die Rechtsform der GbR häufig. Auch für Unternehmen, die eine Holding führen, nutzen die Gesellschaft bürgerlichen Rechts gerne als weiteres Tochterunternehmen.

7. Fazit: Lohnt sich die Gründung einer GbR?

In diesem Beitrag hast du erfahren, was eine GbR ist, wie diese haftet und was die wichtigsten Vor- und Nachteile der GbR sind, um sich für oder gegen die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu entscheiden. 

Die wichtigsten zwei Dinge, die du aber vorab im Hinterkopf behalten solltest, wenn du an der Gründung einer GbR interessiert bist, ist zum einen die Haftung und zum anderen die steuerlichen Fallen, in die du tappen könntest. 

Wir empfehlen dir daher vorab, mit einem Steuerberater ausführlich über das Thema Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu sprechen. Denn nur so kannst du guten Gewissens gründen. 

Jeder Unternehmer und zukünftiger Unternehmer wird früher mit der Frage konfrontiert, welche Unternehmensform die beste für einen selbst ist. Die GbR ist eine von vielen Möglichkeiten. Wir beantworten dir alle Fragen, die dir noch im Kopf schweben ausführlich und mit dem aktuellsten Wissen von den besten Steuerexperten Deutschlands – Wenn du also Fragen zum hast, nimm bitte jetzt Kontakt auf.

8. FAQ

Wann wird die GbR zu OHG?

Deine GbR wird automatisch zu einer OHG, wenn aus deinem Kleingewerbe ein Handelsgewerbe wird. Von einer OHG wird gesprochen, wenn dein Umsatz bei mehr als 250.000 € liegt. Wenn dies der Fall ist, wird die Gründung einer OHG oder direkt einer Kapitalgesellschaft erforderlich.

Wie viele Steuern zahle ich?

Bei einer gewerblichen GbR fallen im Regelfall Gewerbesteuer und Umsatzsteuer an. Alle GbRs sind dazu verpflichtet, auf die Rechnungen die Umsatzsteuer von 19 % auszuweisen. 7 % Umsatzsteuern sind bei vergünstigten Produkten und Dienstleistungen anzugeben. Hierzu muss vorab natürlich auf die Beantragung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) gedacht werden. Gewerbetreibenden zahlen grundsätzlich Gewerbesteuer. Jede Gemeinde legt ihren Gewerbesteuerhebesatz selbst fest. Der Sitz deiner GbR ist also ausschlaggebend für den Steuersatz, den du durch die Gewerbesteuer abgeben musst.

Wie viel kostet es, eine GbR zu gründen?

Eine GbR gründest du schnell, aber auch günstig. Theoretisch kannst du die GbR auch mündlich vereinbaren, die Fixierung eines Gesellschaftsvertrages wird aber in jedem Fall empfohlen.

  • Der Gesellschaftsvertrag: Anwaltskosten von ungefähr 1.000 €
  • Die Anmeldung: Je nach Region zahlst du für die Anmeldung beim Gewerbeamt zwischen 20- und 30 € pro Mitgesellschafter.
  • Die steuerliche Erfassung: Im letzten Schritt füllst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Ratsam wäre es hier die Hilfe eines Steuerberaters zu beanspruchen, um möglich Fehler zu vermeiden. Je nach Steuerberater zahlst du die fällige Gebühr für den Aufwand.

Wo finde ich einen Muster-Gesellschaftsvertrag?

Ein Gesellschaftsvertrag ist dringend ratsam, wenn es um die Gründung einer GbR geht. Daher findest du hier einen Muster-Gesellschaftsvertrag. Individuelle Fixierungen musst du allerdings noch ergänzen, denn je nach Mensch und Mitgesellschafter unterscheiden sich die Regelungen.